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Warum ist es im Norden der Kanaren bewölkt und im Süden scheint die Sonne?

Schuld am Unterschied sind die Passatwinde. Der feuchte Wind aus Nordost trifft auf die Berge und bildet auf der windzugewandten Nordseite Wolken, während der Süden im Windschatten trocken und sonnig bleibt.

Passatwinde und Wolkenmeer

Auf den Kanaren wehen die meiste Zeit des Jahres Passatwinde (spanisch alisios) aus Nordost. Die feuchte Luft steigt an den Nordhängen der Berge auf, kühlt ab und bildet eine Wolkenschicht, meist etwa zwischen 600 und 1.500 Metern. Von oben sieht sie aus wie eine Wasseroberfläche – man nennt sie mar de nubes, Wolkenmeer. Darüber ist es meist klar, sodass Gipfel wie der Teide oder der Roque de los Muchachos Sonne haben, auch wenn die Küste im Norden unter Wolken liegt.

Panza de burro

Im Sommer hält sich über der Nordküste der höheren Inseln oft eine tiefe graue Wolkendecke, die die Einheimischen panza de burro nennen, Eselsbauch. Typisch ist sie zum Beispiel für Las Palmas de Gran Canaria. Es regnet nicht aus ihr, sie hält nur die Sonne ab und sorgt für angenehmere Temperaturen.

Welche Inseln betroffen sind

Der Unterschied zwischen Norden und Süden ist auf den hohen Inseln am deutlichsten: Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, La Gomera und El Hierro. Lanzarote und Fuerteventura sind flach, die Wolken bleiben dort weniger hängen – es ist dort auf der ganzen Insel meist trockener und windiger.

Was das in der Praxis heißt

Wenn es im Norden bewölkt ist, scheint im Süden oft die Sonne, und die Fahrt über die Insel lohnt sich. Das gilt nicht immer: Bei Südströmung oder bei Calima kann sich die Lage umkehren. IslaBu zeigt deshalb jeden Tag, in welchem Teil der Insel die Sonne wirklich scheint.

Quellen: AEMET – Agencia Estatal de Meteorología · Turismo de Islas Canarias · Aktualisiert 4. Oktober 2026

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